25.07.2017

Flächenverbrauch muss reduziert werden

"Wir haben bei der Erstellung des Entwurfs zahlreiche Neuausweisungen von Flächen als Wohnbaugebiete mitgetragen. Obwohl dies einen weiteren schmerzlichen Flächenverbrauch bedeutet, muss die Stadt auf den für die nächsten Jahre zu erwartenden starken Bevölkerungs¬anstieg (Stichwort Uniklinik) angemessen reagieren. Es gibt jedoch einige wesentliche Punkte der Neuausweisung von bebaubaren Flächen, die wir so nicht akzep-tieren können und die uns veranlassen, den Entwurf als Ganzes abzulehnen" so Stadtrat Dr. Michael Frey.

Ein wichtiger Grund ist die langfristig geplante großflächige Erweiterung des Gewerbegebiets Täfertingen-Nord nach Osten längs der Autobahn bis über die Anschlussstelle Neusäß hinaus. "Wir sehen hierfür keinen konkreten Bedarf und wollen verhindern, dass so einer weiteren Zersiedelung unserer Landschaft Vorschub geleistet, weitere Ackerflächen vernichtet und die Frischluftschneise weiter eingeengt wird" so Dr. Frey weiter.

Die weiteren Kritikpunkte führte seine Kollegin Ulla Schwinge-Haines, ebenfalls Mitglied im Planungs- und Umweltausschuss, auf: "Die Umwandlung des Spitzer-Areals vom Misch¬gebiet in ein Wohngebiet direkt an der Schmutter im Ortsteil Hammel lehnen wir wegen der Hochwassergefahr ab, die in Zukunft mit Sicherheit noch ansteigen wird und weil es sich hier um ein ökologisch sensibles Gebiet handelt. Wir wollten hier in Zukunft gar keine weitere Bebauung." Ebenfalls im Ortsteil Hammel soll nördlich der Eichenstraße ein weiteres Wohngebiet ausgewiesen werden. "Aufgrund seiner Lage im Außenbereich und im Naturpark Westliche Wälder ist das für uns nicht hinnehmbar" so Schwinge-Haines. Auch eine Ausweisung einer in Westheim längs des Kobelgrabens und an der Bahnlinie gelegenen Fläche lehnen die Grünen ab, da hier ebenfalls eine weitere Bebauung des Außenbereichs, hohe Kosten für Schallschutz und durch eine Erschließung eine unnötige Versiegelung von Grün- und Ackerflächen die Konsequenz wäre.

Das Landesamt für Umwelt hat ausgerechnet, dass jeden Tag 13,1 Hektar Freiflächen in Bayern zu Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt werden. Das entspricht pro Tag einer Fläche von 18 Fußballfeldern, pro Jahr der Größe des Ammersees. Silvia Daßler, Frak-tionsvorsitzende bekräftigt deshalb: „Wir müssen hier vor Ort unseren Beitrag dazu leisten, dass mit der Ressource Boden sorgsam umgegangen und der Flächenverbrauch eingedämmt wird. Einer weiteren Bodenversiegelung werden wir nur, wo unabdingbar nötig, zustimmen. Deshalb setzen wir konsequent auf den Vorrang der Nachverdichtung im Innenbereich vor der Bebauung des Außenbereichs und auf ein gezieltes Leerstands¬management. Dies gilt für den Wohnungsbestand genauso wie für Brachflächen und Leerstand in bestehenden Gewerbegebieten".

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